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VIS-A!-VIS MIT NADJA FREUNDLIEB

Gründerin von musikplus, einer Musikschule in Berlin-Charlottenburg, die einen echten Unterschied macht, weil es hier leicht gehen darf.

· Interview,Musikschule,Erfolgsweg,Mut,BeruflicherNeuanfang

Nadja, du hast mittlerweile mit Musikplus eine etablierte Musikschule in Berlin. Es ist immer interessant zu hören wie alles begann. Wie kommt man zu einer Musikschule? Wie war dein Anfang?

Das hat sich natürlich alles angebahnt und entwickelt. Ich bin in die Musik hineingeboren worden. Meine Oma, die mir immer ein Vorbild ist, war Sängerin, mein Opa Orchestermusiker. Meine Mutter, ist mit einer wundervollen, glasklaren Naturstimme gesegnet. Sie hat mich immer besungen; in kindlicher Ausgelassenheit! Von Ihr habe ich meine Unbefangenheit und Leichtigkeit geschenkt bekommen. Musikalisch habe ich mit Blockflöte begonnen und mit 5 Jahren begonnen Klavier zu lernen. Meine Mutter hat mir alle meine Wünsche erfüllt und mich in meinen Leidenschaften gefördert - die waren stets musikalischer Natur: Mit 14 Jahren habe ich Gesangsunterricht bekommen. Beim Gesang habe ich dann gespürt das hier mein `Zuhause` und meine Herkunft schlummert. Es war scheinbar die Unbeschwertheit, die Leichtigkeit und das genährte Körpergefühl, was aus meinen Kindheitstagen mich hat erinnern lassen- und übrigens immer noch tut. Dann kam ich auf ein Musikgymnasium und habe bereits als Jungendliche im Stadt Theater Koblenz gespielt. Nach meinem Studium, in Köln,..

...war ich dann diplomierte Opernsängerin.

Als Sängerin bekam ich natürlich mit, was hinter der Bühne abgeht. Die Realität war, das ich damit mehr als unglücklich war. Aus heutiger Sicht habe ich mir meine Würde nehmen lassen, da ich selbst, bewusst nicht wusste was ich unter persönlicher Würde verstehe und diese nicht mein Kompass war. Leider hatte ich noch nicht die Kraft den Mut und die Stringenz gehabt mich von Anfang an, Alleine, gegen den Willen meines Umfeldes, gegen ein etabliertes hoch angesehenes System zu stellen und meiner eigene inneren Stimme zu folgen.

Es hat mich kaputt gemacht, dass man mich nicht als Mensch, also als Subjekt sieht, sondern als Produkt, als Objekt. Ich als Mensch, wir als Menschen, werden objektiviert in der heutigen Zeit!! Diese Realisierung hat für mich bedeutet, die Bühne und das Singen erstmal stillzulegen, da ich immer mehr die Lust am Singen verloren hatte.

Wenn ich heute, auf meine momentan, seit 5 Jahren unterbrochene Karriere als Sängerin zurückblicke, dann fühle und argumentiere ich natürlich komplett anders, denn ich habe den Mut gehabt aus einem scheinbar privilegierten und elitären System auszubrechen. Ich bin ausgebrochen, da ich mir selbst anerkannte, dass ich für ein solches System, trotz meiner Liebe zur Musik, nicht gemacht bin. Und darüber bin ich mächtig stolz und im vollen Frieden, denn mein weicher Kern, meine Empathie zu Menschen war nicht zerstört und wurde, im Gegenteil, immer immer lauter und rebellischer.

So ist dann eines Tages musikplus! Musikschule am Lietzensee entstanden, aus der Liebe zur Musik, zum Menschen und die Liebe zu Geben.

Was ist deine Vision?

Meine Vision im Allgemeinen ist, etwas gutes für die Menschheit zu tun und Menschen zu verbinden!!

Mit musikplus! möchte ich Menschen erfahren lassen, das sie sich selbst, durch aktives Musizieren, selbst bereichern, nähren und besser kennenlernen. Somit bereichern sie ihr eigenes Leben und wirken dann auch automatisch anders in der Gesellschaft. Musik ist EINE, für mich die einfachste Weise, der Persönlichkeitsentwicklung, wenn man reflektierte Menschen als Lehrer hat.

Die Lehrer und Mitarbeiter von musikplus! habe ich sehr bewusst ausgewählt, da Lehrer der direkte Kontakt zu den Schülern sind und sie die Hauptverantwortung tragen, meine/unsere Philosophie von musikplus! in die Welt zu tragen. Wir als Lehrer haben die wertvolle Aufgabe den Schüler in seinen Interessen liebevoll, ohne Druck und Urteil, mit Gespür für Körper und Seele zu unterstützen und in dem Schüler die Leidenschaft zu erwecken. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Egal, ob aus dem Menschen ein Hobby oder Profimusiker wird.

Momentan beschäftigt mich die Frage, wie Bildung neu aussehen kann und wie die Gesellschaft sich aus ihrem Egotum befreien kann und ein wirkliches würdevolles Miteinander entstehen kann… Mal sehen wo diese Frage mich so hinführt.

Musik ist EINE, für mich die einfachste Weise, der Persönlichkeitsentwicklung, wenn man reflektierte Menschen als Lehrer hat.

Deine größte Herausforderung, die du bislang während deiner Gründung von musikplus! meistern musstest?

In der Entstehungsphase der Musikschule rund um die Themen Banken, Kredite und Bau bin ich als Künstlerin, die ich nun mal bin - sehr gefordert und immer wieder bis auf das Mark geprüft worden.

Aber ich habe mir immer wieder gesagt: Es wird alles gut. DAS WIRD. DAS WIRD WUNDERBAR!

Mit Vollattacke und Motivation bin ich unterwegs gewesen und habe meinem Plan vorangetrieben.

Und letztendlich wurde es genau so. Ich hatte ein Visionboard. Auf dem stand: 60 Anmeldung bei Eröffnung - und die hatte ich exakt!!

Was magst du anderen Frauen, die drauf und dran sind sich selbstständig zu machen mit auf den Weg geben möchtest?

Den Mut zu radikaler Ehrlichkeit zu sich zu haben, sich nichts vormachen, nichts schön reden und die Ideen, Konzepte immer wieder prüfen: Sehe ich alles oder habe ich einen Schleier?
Mache ich mir gerade etwas vor? Betrüge ich mich gerade selbst? Kann meine Idee Erfolg haben?

Und wenn ja: Im Herzen dafür gehen und dann die Disziplin aufbringen, diese Schleife zwischen Kopf und Herz immer wieder zu machen.

Wenn du den Anspruch hast, von deiner Idee leben zu wollen, dann benötigt es nicht nur den Träumer sondern dann muss auch der Realist sprechen: hat es genügend Potential? Und dann wieder zurück zum Herzen.

Und wichtig ist es, diese Schleifen, die man dreht, nicht als unnötig, vergeudet sondern als Bereicherung zu sehen und jeden Fehler als Geschenk. Und: Man sollte sehr Vorausschauend denken.

Mut zu radikaler Ehrlichkeit, sich nichts vormachen, nichts schön reden... !

Wenn du nochmal anfangen würdest, was wäre anders?

Aus vollem Herzen nichts, wirklich nichts. Es war einfach perfekt, mit allem allem was da war.

 

Was siehst du als Schlüssel deines Erfolgs sehen?

1. Die Liebe zum Menschen
Das Bedürfnis Menschen etwas zu geben was Nachhaltiges zu geben und zu bewirken.

2. Meine Liebe zu den Kindern. Die strahlenden Kinderaugen, die machen mich verrückt. Unverfälschte Wesen, sind für mich einfach großartig zu erleben, bereichern und erinnern mich an mich selbst.

Und: Mit was fängst du heute an?

Ich habe schon angefangen heute: Dankbar zu sein
Dankbarkeit für all das was heute da ist, die Räume, das Team, die Menschen in meinem Umfeld, nachgiebig in Demut.

Vielen Dank, liebe Nadja!

April 2018

 

http://www.musikplus-berlin.de

Ich bin ausgebrochen, da ich mir selbst anerkannte, dass ich für ein solches System, trotz meiner Liebe zur Musik, nicht gemacht bin. Und darüber bin ich mächtig stolz und im vollen Frieden, denn mein weicher Kern, meine Empathie zu Menschen war nicht zerstört und wurde, im Gegenteil, immer immer lauter und rebellischer. -

Nadja Freundlieb, ehemals Opernsängerin

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